Der Dreikönigenschrein 

Vorderseite des Schreines

Liebe Mädchen, liebe Jungen!

Wer den Kölner Dom betritt, wird fast automatisch vom Schrein der heiligen Drei Könige angezogen, der hinter dem Hochaltar erglänzt.

 

Dort steht, geschützt durch eine gläserne Vitrine, der kostbare Schrein. Er ist aus Gold und Silber gefertigt und durch Edelsteine, Emailplatten und feinste Goldarbeiten geschmückt. Einer der bedeutendsten Künstler des Mittelalters, Nikolaus von Verdun, hat diesen Schrein mit seinen Schülern angefertigt

 

Dieser Reliquienschrein sieht wie eine kleine Kirche aus.

Rückseite des Schreines und geöffnete Vorderseite
Christus als Gottesohn für alle Menschen

 

Wer aber die Rückseite genauer ansieht, merkt, dass er sich aus drei Schreinen zusammensetzt.

 

Auf der Vorderseite zeigt er Christus als Gottessohn für alle Menschen.

 

Dargestellt sind links die drei Weisen, die Könige, die aus der Heidenwelt kommen.

Taufe Christi im Jordan

Rechts wird bei der Taufe Jesu im Jordan auf die Juden hingewiesen.

 

Jesus als Weltrichter

Der - in der Mitte oben - thronende Weltenrichter zwischen zwei Erzengeln weist mit dem offenen Lebensbuch auf alle Menschen aller Zeiten hin.

Geisselung Jesu, Rückseite rechts unten

Auf der Rückseite steht unten links Christus gebunden an der Geisselsäule. Unten rechts hängt er am Kreuz, und oben in der Mitte steht er zwischen den Heiligen Märtyrern Felix und Nabor, deren Gebeine mit denen der heiligen Drei Könige ebenfalls hier beigesetzt sind.

 

 

Rückseite: Jesus am Kreuz und Jesus mit Felix und Nabor
Salomonseite

Interessant ist auch der Aufbau der beiden Längsseiten: In der untersten Reihe sitzen zwölf Propheten und in der oberen Reihe die zwölf Apostel. Auf den unteren Dachschrägen waren usrpünglich Szenen aus dem Leben Jesu und auf den oberen aus der Geheimen Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Heiligen Schrift, wiedergegeben.

Salomonseite, Prophet

Damit hatte man in den vier gestalteten Bereichen von unten nach oben zugleich die vier gedachten Weltzeiten erfasst:

1. mit den Propheten das Alte Testament, also die Zeit der Erwartung,

2. mit dem Leben Jesu die Zeit der Gnade,

3. mit den Aposteln die Zeit der Kirche - also unsere Zeit - und

4. mit der Geheimen Offenbarung die Vollendung der Welt.

 

Die Reliquien der heiligen drei Könige kommen nach Köln. Dieses Bild findest Du auf den Chor-Schranken.

Erzbischof Reinald von Dassel hatte die Reliquien der heiligen Drei Könige und die der Märtyrer 1164 von Mailand nach Köln gebracht.

Er war zugleich Kanzler des Kaisers Friedrich Barbarossa und hatte nach einem Sieg über Mailand diese Reliquien als kostbarsten Schatz erbeten und erhalten.

Gemme mit Herrscherkopf aus römischer Zeit am Dreikönigenschrein

In der Bibel ist die Rede von Magiern, also Sterndeutern, die nach Bethlehem kamen, um Jesus, den neugeborenen Weltenkönig, anzubeten.

 

Die Menschen der Zeit, als der Schrein angefertigt wurde - ungefähr zwischen 1190 und 1225 - sagten sich: Wenn der römische Kaiser von einem besiegten König Tribut annahm, bestätigte er ihn als König.

 

Wenn nun Jesus Christus, der Gottessohn und Weltenkönig, die königlichen Gaben der Vertreter der Menschheit annahm, bestätigte er sie als christliche Könige. Deshalb pilgerten auch die deutschen Könige zu diesem Grab und brachten wertvolle Geschenke.

Rainald von Dassel auf der Rückseite des Schreins

Die heiligen Drei Könige haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Sie sind so nicht nur Vorbilder für die Könige, sondern für alle Menschen, also auch für uns. Kommt, lasset uns anbeten!

 

Joachim Kardinal Meisner

emeritierter Erzbischof von Köln

 

 

Hier kannst Du noch mehr über die heiligen drei Könige finden:

www.heilige-dreikoenige.de

 

 

Details auf der Vorderseite des Schreines
Nerokamee (links) und Kameo mit Herrscherkopf (rechts) aus römischer Zeit auf der Vorderseite des Schreines

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