Ein Quader entsteht 

Wie ein Quader entsteht

Das ist ein Steinmetz aus der Dombauhütte in Köln. Er hat einen Steinblock aus dem Steinbruch geliefert bekommen. Er wird uns zeigen, wie man aus einem groben Steinbrocken einen rechteckigen Quader herstellt. Quader sind die Bausteine aus denen der Dom gebaut wurde. Es ist wichtig, dass Quader glatte Seiten und rechte Winkel haben, damit die Wände sicher stehen.

Der Steinmetz arbeitet wie die Handwerker im Mittelalter, ganz ohne Maschinen. Als erstes ritzt er mit der Latte eine Linie entlang der längsten Seite des Steinblocks. Der Steinmetz sagt dazu "anreißen". Er braucht dazu ein spitzes, hartes Werkzeug, das er Reißnadel nennt.

Als nächstes schlägt der Steinmetz mit dem Spitzeisen entlang der Reißlinie die erste gerade Kante in den Quader. Dann nimmt er ein Zahneisen, um die Kante noch weiter zu begradigen. Wenn die erst Kante gerade ist, ist der "erste Schlag" fertig.

 

 

 

 

 

Mit dem Flacheisen glättet der Steinmetz den ersten Schlag. Es entsteht eine sehr schmale, aber absolut gerade Fläche. Mit der Latte kontrolliert der Steinmetz ständig ob die Kante gerade ist. An einem Ende wird nun im rechten Winkel eine weitere Kante angelegt. Zuerst "reißt" der Steinmetz wieder die Linie an, schlägt mit dem Spitzeisen an der Kante entlang und begradigt sie mit dem Zahneisen.

Danach glättet er auch diese Kante mit dem Flacheisen. Die vier Kanten der ersten Fläche sind nun fertig. Jetzt bearbeitet der Steinmetz diese Fläche mit dem Doppelbeil so, dass eine Ebene entsteht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste der sechs Flächen des Quaders ist fertig.

Der dritte Schlag ist besonders schwierig, denn dieser muss räumlich genau parallel zum ersten liegen.

 

 

 

 

 

 

Hierzu legt der Steinmetz eine Latte auf den ersten Schlag. Mit der zweiten Latte kontrolliert er den dritten Schlag. Ohne den Kopf zu bewegen, alleine durch Bewegung des Auges überprüft er, ob an beiden Enden beide Latten auf der gleichen Höhe liegen. Es gibt viele Menschen, die das nicht können.

Der vierte Schlag ist wieder einfach. Der Steinmetz muss nur die beiden Enden des ersten und des dritten Schlages verbinden. Jetzt sind alle Kanten des Quaders fertig. Aber die Flächen zwischen den Kanten sind noch nicht eben. Der Steinmetz sagt: In der Mitte steht noch der Bossen. Mit dem Spitzeisen trägt er den Bossen ab, so dass schöne ebene Flächen entstehen.

Jetzt ist der Quader fertig. Er mißt 48 x 26 x 18 cm. Der Quader besteht aus weichem Tuffstein. Der Steinmetz hat zweieinhalb Stunden gebraucht um ihn herzustellen. Manche Quader werden jetzt noch weiter bearbeitet. Aus ihnen werden später Säulen, Bögen und Fialen.


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