Was früher war 

Der Alte Dom

Der Alte Dom im Jahre 1164

Schon in der Römerzeit versammelten sich Christen an der Stelle, wo heute der Kölner Dom steht. Hinter dem Dom wurde ein großes Taufbecken gefunden. Hier wurden die frühen Christen getauft.

Du kannst es sehen, wenn du durch die Unterführung gehst. Später, im Mittelalter, wurde hier eine große prächtige Kathedrale gebaut. Wir nennen sie heute den "Alten Dom".

Damals herrschte die Kaiserfamilie der Karolinger. Die Bischöfe und Erzbischöfe von Köln waren reiche und mächtige Kirchenfürsten und Berater der Kaiser.

Der Alte Dom wurde im Jahr 870 geweiht.

Unter dem heutigen Dom wurden Reste des "Alten Domes" gefunden. Im Bereich "Wo du nicht hinkommst" kannst du einen Blick darauf werfen.

 

1164 Die Gebeine der heiligen drei Könige kommen nach Köln

Der alte Dom um 1240

Im Jahr 1164 ließ Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der heiligen Drei Könige in den Kölner Dom bringen. Er hatte diese wertvollen Reliquien vom Kaiser geschenkt bekommen. Eine Legende erzählt, wie diese Reliquien in seinen Besitz kamen. Du findest Sie unter "Dom Geschichten". Der Kölner Dom war jetzt eine bedeutende Wallfahrtskirche. Das heißt, viele Menschen reisten zum Alten Dom nach Köln, um vor den Gebeinen der heiligen Drei Könige zu beten. Köln war damals eine der größten und reichsten Städte Europas.

 

1248 Ein Teil des Domes wird durch ein Feuer zerstört

Der alte Dom brennt

Der "Alte Dom" war jetzt schon über 300 Jahre alt. Der Erzbischof und die Kölner fanden, dass zu Ehren der heiligen Drei Könige eine neue, moderne Kirche gebaut werden sollte. Man beschloss eine gotische Kathedrale zu bauen. Um einen neuen Dom zu bauen, musste man den Alten Dom allerdings erst abbrechen. Eine Kathedrale zu bauen dauerte viele Jahre, mehr als ein Menschenleben. Deshalb wollte man den Alten Dom so lange wie möglich behalten, um darin die Messe zu feiern. Es sollte zunächst nur ein Teil des "Alten Domes" abgerissen werden. Aus Versehen brannte dann aber auch ein Teil des restlichen Baus ab. Am 15.8.1248 legte Erzbischof Konrad von Hochstaden den ersten Stein für den neuen gotischen Dom.

 

1265 Im Chorumgang kann Gottesdienst gefeiert werden

Der Kölner Dom 1265

Der neue Dom sollte im Stil der Gotik gebaut werden und so ähnlich aussehen wie die großen französischen Kathedralen, also mit vielen spitzen Bögen, hohen Türmen und vielen Zacken. Die Arbeiten schritten rasch voran. Im Jahr 1265 konnte in den Kapellen des Chorumgangs schon Gottesdienst gefeiert werden. Auch das Ältere Bibelfenster wurde damals für den Dom hergestellt

1322 der östliche Teil der Kathedrale wird geweiht

Der Dom im Jahre 1322

Im Jahr 1322 wurde der östliche Teil der Kathedrale eingeweiht. Man nennt ihn den Chor, weil in ihm der Altar steht. 74 Jahre waren seit der Grundsteinlegung vergangen und fünf Erzbischöfe waren in dieser Zeit einander im Amt gefolgt. Die Kölner konnten stolz auf den ersten Teil des Domes blicken. Hoch waren seine Gewölbe gespannt und ein filigraner Wald von Strebepfeilern und Strebebögen umzog den Chor, um seine Mauern zu stützen.

 

Der Dom in Jahre 1322

Endlich konnte sich das Domkapitel im Binnenchor zur Messe versammeln. Der Chor wurde reich ausgestattet. Viele Kunstwerke, die du auch heute noch im Dom sehen kannst wurden in den Neubau gebracht: Das Gero-Kreuz und der Schrein der heiligen Drei Könige. Bedeutende Erzbischöfe wie Philipp von Heinsberg oder Heilige wie Irmgardis wurden in den Chorkapellen erneut beigesetzt.

Der Dom bei Stillegung der Bauarbeiten um 1530

Der Dom im Jahre im Jahre 1530

Während der folgenden 200 Jahre baute man ein Stockwerk des Kirchenschiffs und zwei Stockwerke des Südturmes. Zehn Erzbischöfe waren in dieser Zeit einander im Amt gefolgt. Der unfertige Dom wurde mit vielen Kunstwerken und kostbaren Glasfenstern geschmückt. In den 1530er Jahren wurden die Bauarbeiten eingestellt. Damit man die gebauten Teile benutzen konnte, legte man ein provisorisches Dach über die Mauern. Die Zeiten hatten sich geändert. Die Menschen empfanden nicht mehr das als schön, was 200 Jahre zuvor gegolten hatte. Die Gotik war unmodern geworden. Auf vielen Stadtansichten von Köln kannst du den unfertigen Dom sehen. Niemand glaubte, dass der Dom jemals vollendet werden würde. Trotzdem wurde der Innenraum des Domes in den folgenden Jahrhunderten reich ausgestattet.

 

Der Dom während der französischen Besatzungszeit (1794)

Der Dom im Jahre 1794

1794 zogen die französischen Soldaten in Köln ein. Erzbischof und Domkapitel flohen. Kirchen und Klöster wurden aufgelöst. Es begann eine schlimme Zeit für den Kölner Dom. Er wurde als Lager, als Stall und sogar als Gefängnis missbraucht. Erst 1801 wurden wieder Gottesdienste gefeiert.

 

 

Der Dom im Jahre 1864

Der Dom im Jahre 1864

Aber gerade in den Jahren, in denen der Dom entweiht worden war, wuchs die Liebe und die Begeisterung für dieses besondere Bauwerk. Die Menschen wollten den Dom nicht nur erhalten, sie wollten ihn sogar zu Ende bauen. Viele bedeutende Leute warben für den Weiterbau des Domes. Dann wurde der mittelalterliche Plan der Fassade mit den beiden großen Türmen auf abenteuerliche Weise wieder entdeckt. Er hängt in der Chorkapelle und ist hinter einem großen grünen Vorhang verborgen. Nach über 300 Jahren konnte 1842 mit dem Weiterbau des Domes begonnen werden

Der Dom im Bau

Es war ein großer Festtag für Köln, denn die Hälfte des Geldes hatten Kölner Bürger mit Hilfe des Zentral Dombau-Vereines gesammelt. Den Zentral-Dombau-Verein gibt es auch heute noch. Und immer noch sorgt er für den Erhalt des Kölner Domes. Die andere Hälfte des Geldes kam aus der preußischen Staatskasse, denn der Weiterbau des Domes interessierte inzwischen viele Leute in ganz Deutschland.

 

Der Kölner Dom 1880

Der fertige Dom

Der Dom sollte nach mittelalterlichem Vorbild fertig gebaut werden. Man nutzte aber für den Weiterbau modernste Bautechnik. Es gab sogar eine Dampfmaschine, um die schweren Bauteile empor zu ziehen. Der Dom bekam einen Dachstuhl aus Eisen, den fortschrittlichsten dieser Zeit. Jetzt ging der Bau mit großen Schritten voran. 1868 wurde der mittelalterliche Baukran abgerissen, der Jahrhunderte lang ein Wahrzeichen der Stadt gewesen war. 1880 wurden die beiden Türme fertiggestellt. Damit war der Dom endlich vollendet.

 

Der Kölner Dom im Zweiten Weltkrieg.

Der Dom im zerstörten Köln

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom von vierzehn schweren Fliegerbomben getroffen. Noch heute arbeitet die Dombauhütte daran, die damals entstandenen Schäden zu beheben. Viele Schmuckelemente und Skulpturen wurden nach dem Krieg nicht mehr nach dem Vorbild der Gotik, sondern dem Geschmack der Zeit entsprechend gestaltet. Besonders gut erkennst du das am Vierungsturm oder an den Malereien unter der Orgelempore.

Der Kölner Dom feiert sein 750 - jähriges Jubiläum (1998)

Der Dom heute

1998 feierte der Dom sein 750 jähriges Jubiläum.

Noch immer sind einige der im Krieg geschlagenen Wunden nicht geschlossen.

Gleichzeitig entstehen durch Wind und Wetter sowie Umweltbelastung ständig neue Schäden, die behoben werden müssen. Wie schon seit Jahrhunderten arbeiten jeden Tag viele Menschen auf der Baustelle Kölner Dom.

Die Kölner haben das Sprichwort geprägt: "Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter".

 


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